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Saisonabschlussfahrt des RT 28


          Auf den Spuren der Friesen




          RT 28 - Saisonabschlussfahrt nach Friesland





          Wenn du denkst, du bist in Friesland, dann kann es sein, dass du
          schon in Ostfriesland bist. Wir fahren durch eine Landschaft, die
          geprägt ist durch Marschland und Geestaufschüttungen, die von
          Kanälen durchzogen ist und Wälle hat, auf denen Bäume und Buschwerk stehen. Es ist eine
          Gegend mit einer bewegten Geschichte, die auch etwas mit der Erderwärmung zu tun hat, denn sonst gäbe es nicht
          das Wattenmeer.




           Bereits 500 v. Chr. besiedelten die Frie-  sich an einer Stätte in Aurich dem Upstalsboom   vernehmen zu können. Für die einen ein Glück,
          sen  das Gebiet  an  der Küste  von  der   (Denkmal), einer Versammlungsstätte der friesi-  für die anderen ein Verlust. In einem anderen Dorf
          Ems bis zur Elbe. Wir treffen einen von   schen Häuptlinge, um Recht zu sprechen nach   an einer Ecke steht eine weitere Kirche, wehrhaft
          diesen Friesen, der Zeuge eines „bekla-  einem der ältesten Gesetzbücher der Welt, dem   und  stark  wie derjenige, der  sie  als  Lockvogel
          genswerten Volkes“ ist, so beschreibt   Lex Frisionum.                 und List missbraucht hat. Einst ein Hafen an der
          Plinius, ein römischer Geschichtsschrei-  Was könnte es einen besseren Ausgangspunkt   Leybucht, jetzt ein Ort zum Verweilen und über
          ber, dieses Volk.                  geben, um von hier aus mit unseren 107er, den   das Schicksal und die Tage von Klaus Störtebeker
                                             Spuren der Friesen zu folgen. Dächer aufgeklappt,   nachzudenken bei einer Tasse Tee in der Störte-
           Er  ist  geboren  und  aufgewachsen  in  dieser   um die Freiheit zu spüren sowie den Westwind,   beker Teestube in Marienhafe. Wer Kaffee trinkt,
          Gegend und unter ihnen zu dem geworden,   die Sonne und Geruch von Landwirtschaft und   hat verloren und nicht begriffen, dass der Geist
          was einen echten Friesen ausmacht: groß, breit-  Wasser. Wir sehen keine Deiche, aber enge Ort-  von Störtebeker diesen mit Nordseewasser ver-
          schultrig, kräftig und frei im Auftreten und sein   schaften, Klinkerpflaster und Friesenhäuser alt   dünnt. Zum Glück gibt es Friesengeist, der abge-
          Freund an seiner Seite tut es ihm gleich. Beide   und modern in typischer Form, Groothusen, Lo-  fackelt durch die Kehle gleitet und uns hilft, alles
          besteigen sie ihre friesischen Pferde, es sind neu-  quard, Campen, Rysum. Kirchen mit einem Turm   das zu verdauen, was in Kopf und Magen uns
          zeitliche Motorräder, die sie reiten, wenn sie ihr   davor, so anders als bekannte Bauwerke der   bewegt wie die Tour durch den Jade-Ems-Kanal
          Land vor dem Feind verteidigen, so wie es ihnen   christlichen Zeit. Schutz vor Sturm und schwan-  ohne Auto. Es erschließt sich niemandem, warum
          Karl der Große aufgetragen hat, als Bedingung   kendem Untergrund. Davor ein paar Bäume als   wir zu Binnenschiffern geworden sind. Vielleicht
          keinen Lehnsdienst leisten zu müssen. Diese   natürlicher Windschutz.  zu viel Grün in der Umgebung, oder der Drang,
          Friesische Freiheit (Eala Frya Fresena), einzigartig   Wir treffen in Rysum auf die älteste funktionie-  immer wieder als Gemeinschaft die Welle zu ma-
          im Römischen Reich Deutscher Nationen zeigt   rende Orgel der Welt von 1457, ohne ihren Klang   chen. Oder die Freiheit der Friesen zu erfahren,


































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