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Rennsportwagen, auch technische Details wie Der 300 SL ist ein Supersportwagen seiner Zeit. Der Karosserieentwurf des 190 SL ist eng an
der Gitterrohrrahmen stammen aus dem erfolg- Das spiegelt sich auch im Preis von 29.000 DM den Flügeltürer angelehnt, jedoch als zweisitzi-
reichen Wettbewerbsfahrzeug. Das macht den wider. Zum Vergleich: Ein Mercedes-Benz 220 (W ger Roadster ausgelegt. Es gibt ihn mit Stoffver-
300 SL einzigartig unter den Seriensportwagen 180), ein Vorgänger der heutigen S-Klasse, ist zur deck und mit abnehmbarem Hardtop – wahlwei-
der Epoche. Die konstruktiv notwendigen, am gleichen Zeit für rund 12.500 DM zu haben. Der se mit oder ohne Stoffverdeck. Auf Wunsch kann
Dach angeschlagenen Türen bringen ihm die Na- 300 SL wird zur automobilen Ikone der 1950er- im Fond ein dritter Sitz quer zur Fahrtrichtung
men „Gullwing“ (Möwenschwinge), „Papillon“ Jahre mit einer bis heute ungebrochenen Strahl- untergebracht werden. Der 190 SL trägt die Bau-
(Schmetterling) und „Flügeltürer“ ein. kraft: 1999 wird er von einer internationalen reihenbezeichnung W 121, wie die später im Jahr
Der Motor M 198 mit Benzindirekteinspritzung Fachjury zum „Sportwagen des Jahrhunderts“ 1956 erscheinende „Ponton“-Limousine Merce-
wird ursprünglich für den Rennsportprototyp des gewählt. Von 1954 bis 1957 entstehen insge- des-Benz 190. Mit den „Ponton“-Baureihen W
Jahres 1953 entwickelt. Im Seriensportwagen samt 1.400 Coupés des 300 SL. Davon haben 29 120/W 121 ist der 190 SL technisch verwandt.
leistet der Reihensechszylindermotor bis zu 158 eine Aluminiumkarosserie, und ein Einzelstück So stammen die verkürzte Bodengruppe, die Vor-
kW (215 PS). Damit erreicht das Fahrzeug eine erhält zu Erprobungszwecken einen Aufbau aus derradaufhängung und das Fahrschemelkonzept
Höchstgeschwindigkeit je nach Hinterachsüber- dem damals neuartigen Werkstoff GFK (glasfa- von der Limousine. Ab dem 1956 aufkommenden
setzung von 260 km/h. Für einen Straßensport- serverstärkter Kunststoff). Mercedes-Benz 190 teilen sich Limousine und
wagen jener Zeit ist das ein beeindruckender 190 SL die Eingelenkpendelachse mit tief liegen-
Wert. Das unterstreichen die Erfolge des 300 SL Mercedes-Benz 190 SL der Bau- dem Drehpunkt.
bei Rennen und Rallyes mit zahlreichen Siegen Den 1,9-Liter-Ottomotor des Sportwagens ent-
sowie Meistertiteln. reihe W 121 (1955 bis 1963) wickelt Mercedes-Benz neu. Das Vierzylinderag-
gregat mit oben liegender Nockenwelle leistet
Der Mercedes-Benz 190 SL ist als eleganter, of- im 190 SL 77 kW (105 PS) und beschleunigt das
fener Sportwagen konzipiert. 1954 stellt ihn die Fahrzeug in der Variante mit Stoffdach in 14,5
Stuttgarter Marke zusammen mit dem 300 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstge-
SL auf der International Motor Sports schwindigkeit beträgt 170 km/h. Während seiner
Show in New York vor. Er wird Produktionszeit von 1955 bis 1963 wird der 190
„aufgrund seines hohen Kom- SL mehrfach im Detail verbessert. In dieser Zeit
forts einer Käuferschicht fertigt das Werk Sindelfingen insgesamt 25.881
zugedacht, die mit diesem Fahrzeuge.
äußerlich sehr sportlich
wirkenden Fahrzeug Mercedes-Benz 300 SL Roadster
selbst große Reisen bei
hohen Reisegeschwin- der Baureihe W 198
digkeiten zurücklegen (1957 bis 1963)
will.“ So fasst es der
Mercedes-Benz Konstruk- 1957 löst der 300 SL Roadster das „Gullwing“-
teur Josef Müller im Jahr Coupé ab. Wie sein Vorgänger ist auch dieses
1957 zusammen. Fahrzeug auf die Initiative von Maximilian E.
36 - 107 Klassik 2/2022 Das Clubmagazin des Mercedes-Benz R/C 107 SL-Clubs Deutschland e.V.

